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Brillengläser auf Knopfdruck dunkel |
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April 2007 - Brille auf Knopfdruck dunkel
Sonnenbrillen sind meist schick, aber nicht immer praktisch: Im grellen Sonnenschein sind manche zu leicht, im Schatten dagegen die meisten zu stark getönt. Eine neuartige Brille soll nun Abhilfe schaffen: Ihre Gläser verändern die Tönung auf Knopfdruck.
Chicago - Autofahrer, die regelmäßig mit der Sonnenbrille auf der Nase in einen Tunnel fahren, kennen das Problem: Die dunklen Gläser sind längst nicht in allen Situationen brauchbar. Gläser aus einem neuen Material könnten das nun ändern. Mit Hilfe einer eingebauten Minibatterie können sie ihre Tönung und auch ihre Farbe in Sekundenschnelle verändern.
Forscher um Chunye Xu von der University of Washington in Seattle haben jetzt einen Prototyp der Brille auf dem Treffen der American Chemical Society in Chicago vorgestellt. Kern der Entwicklung ist ein Kunststoffmaterial, das verschiedene Farbsättigungen annehmen kann, wenn eine elektrische Spannung angelegt wird. Das Material besteht aus zwei Glasschichten, zwischen denen ein elektrisch leitendes Gel eingelagert ist.
Die Brille wird durch eine Batterie am Brillengestell mit Energie versorgt. Auf Knopfdruck fließt Strom durch das Gel, wodurch das Material seine Eigenschaften verändert. Auf diese Weise kann der Brillenträger die Lichtdurchlässigkeit der Gläser individuell einstellen.
Die gewählte Tönung behält die Brille danach bis zu 30 Tage lang bei. Erst dann muss das Gel mithilfe der Batterie wieder aktiviert werden. Mit einer einzigen Batterie seien über 1000 Farbwechsel möglich, so die Forscher.
Der Prototyp erlaubt eine Nuancierung von hell- zu dunkelblau. Xu und ihre Kollegen haben aber nach eigenen Angaben auch schon rote und gelbe Gläser entwickelt. In künftigen Modellen könne daher nicht nur die Tönung, sondern auch die Farbe der Brille eingestellt werden.
Wissenschaftler haben bereits intelligente Fenster für Energiesparhäuser entwickelt, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren. Die Scheiben bestehen jedoch aus anorganischen Materialien - im Gegensatz zu den neuen Brillengläsern, für die organische Verbindungen verwendet werden. Damit sind die Gläser laut Xu in der Herstellung kostengünstiger und benötigen weniger Energie. In zwei bis drei Jahren soll die intelligente Sonnenbrille auf den Markt kommen.
Quelle: Spiegel-Online.de
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